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DogBase die Hundedatenbank
1. Einleitung
2. Anforderungen
3. Inhalte
4. Bestellung
5. Wem nutzt es?
6. Zusammenfassung
1. Einleitung
Zucht, egal ob Tier- oder Pflanzenzucht, bedeutet, aus einer
Population bestimmte Individuen als zukünftige Eltern nach
bestimmten Merkmalen so auszuwählen, daß die daraus
entstehenden Nachkommen dem Zuchtziel im Durchschnitt eher
entsprechen als der Durchschnitt der Elterngeneration. Dies
ist Selektion.
Es ist eine alte Weisheit, daß gute Zuchtarbeit eine
vernünftige Datendokumentation voraussetzt. Unter Daten
versteht man sowohl Informationen zur Abstammung eines Tieres
als auch zu dessen Nachkommen sowie zur eigenen Qualität. Die
Qualität wiederum setzt sich zusammen aus dem Äußeren eines
Tieres, aus seinem Aussehen gemessen am Standard, der das
Zuchtziel hierin darstellt, und seinen sonstigen Leistungen,
die je nach Rasse in jagdlicher Befähigung, in Familien- und
Freizeit- oder in Schutzhundtauglichkeit liegen können.
Leistung im züchterischen Sinne ist aber auch die Freiheit von
bestimmten Krankheiten wie Hüftgelenksdysplasie,
Linsenluxation, etc.
Alle Eigenschaften eines Tiers, die für die Zucht bedeutsam
sind, werden auch als Merkmale bezeichnet und dienen zur
Selektion zukünftiger Elterntiere.
Da die Datenmengen aber schnell von Hand nicht mehr zu
bewältigen sind und außerdem die Computertechnik eine rasante
Entwicklung durchmachte und fast in jedem Haushalt verfügbar
ist, liegt es nahe, die gesamte Datenorganisation auch mit
Hilfe des Computers zu erledigen.
Nun hilft es der praktischen Zucht wenig, wenn die Daten zwar
schön ordentlich im Computer stecken, vor Ort bei den
Zuchtentscheidungen aber nicht zur Verfügung stehen. Der
Züchter, der Zuchtwart und weitere interessierte Personen
müssen einen möglichst aktuellen Einblick in die Daten
erhalten. Das läßt sich mit Listen, die zumal in größeren
Populationen schnell Buchstärke erhalten, nicht in
vernünftigem Maße gewährleisten. Also kam die Idee auf, diese
Informationen auf elektronischem Wege als Auszug aus der
gesamten Datenmenge des Zuchtverbandes an die züchterische
Öffentlichkeit zu bringen. Eine Realisierung hierzu ist
DOGBASE.
Der Name DOGBASE ist eine Kombination aus Database, was auf
Deutsch Datenbank heißt und Dog, dem englischen Begriff für
Hund.
DOGBASE besteht eigentlich aus zwei Komponenten. Zum einen
enthält es die verfügbaren Daten zum Hund, zum anderen ist es
gleichzeitig ein Programm zur Darstellung und Abfrage, zur
Sichtbarmachung der in der Datenbank enthaltenen
Informationen.
Das Programm ist nicht dafür gedacht ein eigenes Zuchtbuch zu
führen, denn es erlaubt keine Eingaben, die über das Suchen
und die Darstellung von Daten sowie das Einfügen einzelner
Zusatzinformationen zu einem Tier oder einem Zwinger
hinausgehen.
Von der Konzeption her ist DOGBASE nicht an eine bestimmte
Rasse gebunden. Tatsächlich wird es in der Praxis in
verschiedenen Rassen eingesetzt, wobei einzelne Angaben zu
Prüfungen, Titeln oder bestimmten Merkmalen rassespezifisch
sind.
2. Anforderungen
Es läuft auf IBM-kompatiblen Rechnern unter Microsoft Windows
3.x oder Windows 9x und XP.
Schnellere Prozessoren beschleunigen die Arbeit mit dem
Programm.
Je 20000 Hunde werden etwa 10 MB Speicher auf der Festplatte
benötigt.
3.
Inhalte
3.1 Zwinger
Die Zwinger sind alphabetisch nach Zwingernamen oder
aufsteigend nach der vereinsinternen Zwingernummer aufgelistet
und können durchgeblättert werden.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, einen bestimmten Zwinger
über die Angabe des Züchternamens, des Zwingernamens oder der
Zwingernummer zu suchen.
Zu jedem Zwinger sind bestimmte Angaben einzusehen, die evtl.
von Verein zu Verein unterschiedlich sein können.
Zunächst sind die Namen, Nummern und Anschriften der Zwinger
einschließlich Telefonnummern enthalten. Eine weitere Angabe
kann beinhalten, ob der Zwinger in den letzten Jahren aktiv
war, d.h. ob gezüchtet wurde, und wann die letzte
Zwingerabnahme stattfand.
Auf derselben Seite gibt es eine Wurfstatistik über alle in
dem Zwinger gefallenen Würfe sowie eine Liste dazu (z.B.
A-Wurf, 5 Welpen, 23.05.1997).
Wählt man einen Wurf aus, so erscheint der erste Hund im Wurf
mit Namen und Zuchtbuchnummer, so daß man damit nach weiteren
Informationen zu dem Wurf suchen kann.
Selbstredend lassen sich auch Ausdrucke zu einzelnen Angaben
oder von Züchterlisten machen.
3.2 Hunde
3.2.1 Hundedaten
Die Hunde liegen ebenfalls als Liste vor, die entweder nach
Name oder nach Zuchtbuchnummer geordnet werden kann. Nach
diesen beiden Kriterien können auch einzelne Hunde aus der
Liste gesucht werden.
Wenn man einen bestimmten Hund aus der Liste markiert, so
erscheinen am unteren Bildrand Zusatzinformationen zu diesem
Tier, die vom jeweiligen Verein vorgegeben werden. Dies sind
z.B. Angaben zu HD- oder ED-Status, bestandenen Prüfungen,
Titeln, Zuchtwerten, Zuchttauglichkeit oder -untauglichkeit
usw.
Durch Verzweigen auf die näheren Daten des Hundes erscheinen
wiederum die Angaben zu Züchter und Zwinger, Wurftag, Eltern.
Die Zusatzangaben (s.o.) werden ebenfalls nochmals aufgeführt,
wobei zu den Zuchtwerten auch noch die Merkmale benannt sind.
Eine weitere Möglichkeit besteht in der Berechnung des
Inzuchtkoeffizienten; das ist der Wert, um den das Tier mehr
ingezüchtet ist als es dem Durchschnitt der Population
entspricht. Zu dem Thema Inzucht kann an dieser Stelle nicht
näher eingegangen werden, doch sei gesagt, daß Inzucht im
Grunde nichts Schlechtes ist, man muß lediglich damit umgehen
können.
Eine andere Verzweigung von der Hundeliste führt zu den Ahnen
des Tieres, die auf einem Bildschirm 3 Generationen zurück
dargestellt sind.
Durch Markieren eines Tieres aus der Ahnenliste erscheinen
wiederum die jeweiligen Zuchtwerte am unteren Bildrand. Zu
jedem Ahnen können auch wieder die Daten über Züchter und
Zwinger oder weitere Ahnen abgerufen werden. So lassen sich 3
Ahnentafeln hintereinander anzeigen, die insgesamt 10
Generationen enthalten und damit schon einen ganz guten
Überblick über die "Familie" des Tieres vermitteln.
Über ein Infofeld lassen sich auch noch eigene Markierungen
und Eingaben an jedem Tier vornehmen, die man für wichtig hält
und die bei einer eventuellen Auswahl genutzt werden können.
3.2.1.1 Zuchtwerte
Da das Ziel jeder Zucht darin besteht, Nachkommen zu
erstellen, die besser oder zumindest so gut wie die Eltern
sind, müssen die Elterntiere gefunden werden, die genetisch am
besten veranlagt sind. Dies sind nicht immer diejenigen, die
sich selbst am besten präsentieren, obwohl deren eigene
Leistungen auch Schätzwerte für ihre genetischen Eigenschaften
darstellen.
Der Wert eines Tieres für die Zucht ist der Zuchtwert. Er ist
ein Maß für die genetische Qualität. Er drückt aus, um wieviel
die Nachkommen besser oder schlechter als das Mittel der
Population sein werden. Die genetische Qualität ist jedoch
nicht unmittelbar zu messen, man ist auf mehr oder weniger
genaue Informationen angewiesen. Das sind, wie gesagt, die
eigenen Leistungen des Tiers, die aber durch Umweltwirkungen
modifiziert sind. Das sind aber auch Informationen von
Verwandten, denn Verwandte haben - dem Grad der Verwandtschaft
entsprechend einen Teil ihres Genbestandes gemeinsam, da sie
von denselben Ahnen abstammen und in den Nachkommen nur
diejenigen Gene anzutreffen sind, die auch bei ihren Vorfahren
vorhanden waren.
Aus diesen Informationen kann nun mit einem relativ
aufwendigen statistischen Verfahren ein Zuchtwert geschätzt
werden, der in Abhängigkeit von der Informationsmenge und der
Güte der Information eine gewisse Genauigkeit hat und damit
mehr oder weniger dicht an der Wahrheit liegt.
Solche geschätzten Zuchtwerte sind in DOGBASE zu einigen
Merkmalen angegeben. Die Merkmale sind rasseabhängig und vom
jeweiligen Rassezuchtverein vorgegeben.
Zur Zeit können Zuchtwerte in 5 verschiedenen Merkmalen angezeigt
werden. Sie sind als Relativzahlen angegeben, wobei der Wert
100 den Mittelwert der Rasse darstellt und Abweichungen nach
oben und unten möglich sind. Ein Wert über 100 heißt "mehr von
dem Merkmal", ein Wert kleiner als 100 bedeutet "weniger von
dem Merkmal".
Als Beispiel sei die Größe eines Tieres genannt. Wenn sein
Zuchtwert mit 106 angegeben ist, so heißt das, daß dieses Tier
sich um 6 Einheiten größer als der Rassedurchschnitt vererbt.
Je nachdem, wohin der Weg der Rasse gehen soll, ist also ein
hoher, ein niedriger oder ein mittlerer Wert besser.
Ein Tier besteht natürlich nicht nur aus den genannten 5
Merkmalen. Daher genügt es nicht, bei Anpaarungen nur auf die
Zuchtwerte zu schauen, doch zur Verbesserung bestimmter
Merkmale stellt die konsequente Beachtung der Zuchtwerte die
effektivste Methode dar.
3.2.2 Auswahlmöglichkeiten
Zunächst gibt es in DOGBASE die Möglichkeit, eine theoretische
Anpaarung durchzuführen, um zu testen, wie der Inzucht- und
Homogenitätskoeffizient (ein Maß für die Ausgeglichenheit des
Wurfes) sowie die Zuchtwerte bei den Nachkommen aussehen
würden. Dazu ist lediglich die Eingabe zweier Elterntiere
notwendig, wobei auch noch überprüft wird, ob es sich
tatsächlich um zwei unterschiedliche Geschlechter handelt.
Eine zweite Möglichkeit besteht in der Auswahl einer Gruppe
von Tieren, die bestimmten Kriterien wie Geburtsjahr,
Geschlecht, Zuchtwerten, Titeln oder selbst definierten
Kriterien entsprechen. Diese Gruppe kann wiederum nach
verschiedenen Kriterien sortiert werden. Damit läßt sich die
Suche nach einem Paarungspartner für den eigenen Hund
erheblich erleichtern und beschleunigen.
Die resultierende Liste läßt sich ausdrucken oder in einer
Datei zur Weiterverarbeitung speichern.
4. Bestellung
Für die Bestellung von DOGBASE gibt es einen Lizenzvertrag.
Dieser beinhaltet neben der Anschrift des Bestellers auch die
Nutzungsrechte. Der Vertrag verlängert sich automatisch, wenn
er nicht zum Ende eines Jahres gekündigt wird. DOGBASE wird
auf Disketten ausgeliefert und kann jeweils nur auf einem PC
installiert werden. Man erhält dabei das Programm mit den zu
gehörigen Daten. Je nachdem, ob man die Variante mit 1 der 4
updates (Aktualisierungen) pro Jahr bestellt hat, muß man mit
diesen Daten das ganze Jahr über auskommen oder man erhält
noch 3 mal im Jahr den aktuellen Datenbestand. Bei letzterer
Möglichkeit ist man einfach auf dem neueren Stand, was neue
Prüfungen, Titel, Zuchtwerte, Welpen und Züchter anbelangt.
5. Wem nutzt es?
DOGBASE ist eigentlich für jeden züchterisch interessierten
Hundefreund gedacht und geeignet. Gelegentlich taucht die
Frage auf, ob DOGBASE das Zuchtbuch ersetzt oder mehr enthält
als das Zuchtbuch. Nun, wie schon gesagt, was in DOGBASE
enthalten ist, hängt davon ab, was der jeweilige
Rassezuchtverein aus seiner zentralen Datenbank in DOGBASE
enthalten haben möchte. Dies trifft ebenso auf das Zuchtbuch
zu, das auch einen ganz bestimmten Auszug aus dem gesamten
Datenbestand enthält.
Abgesehen davon, daß ein Zuchtbuch keinen PC voraussetzt oder
erst das Starten des Computers verlangt und sich außerdem auch
sehr schön auf dem Bücherregal macht, kann es eine Reihe von
zusätzlichen Angaben enthalten, die in DOGBASE möglicherweise
nicht oder nicht in der Ausführlichkeit dargestellt sind. Dies
ist aber für jede Rasse getrennt zu überprüfen.
Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, daß mit DOGBASE keine
Hunde am Computer konstruiert werden können. Das Auge und das
Gefühl (und etwas Glück) des Züchters werden auch weiterhin
verlangt, um erfolgreich züchten zu können. Das Programm
stellt hierbei ein zeitgemäßes Hilfsmittel dar und kann den
Züchter in seiner Entscheidung unterstützen, aber es kann
diese nicht ersetzen.
6. Zusammenfassung
DOGBASE ist ein Instrument, schnell an verschiedenste
Informationen zum Zucht- und Sportgeschehen in der Rasse zu
kommen und sich einen Überblick über ganze Gruppen von Tieren
zu verschaffen.
Es benötigt keine großen Computerkenntnisse, man findet sich
sehr schnell zurecht. Einzelne Informationen lassen sich
mittels Drucker recht schnell zu Papier bringen oder separat
speichern, damit man nicht jedesmal wieder von vorne anfangen
muß.
Die Informationen sind vor allem züchterisch wertvoll, sind
aber von jedem Züchter für seine Ansprüche gesondert zu werten
und stellen lediglich eine Hilfe für Zuchtentscheidungen dar.
Das beste ist sicherlich, sich ein eigenes Bild von den
Qualitäten von DOGBASE zu machen. Wem es nicht zusagt, der
bestellt es einfach wieder ab.
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